Strahlkraft nicht verloren
Zehn Jahre Brühler Museum für Alltagsgeschichte


Auf einer Jubelfeier mit Mitgliedern und Gästen erinnerte die Brühler Museumsgesellschaft an das zehnjährige Bestehen des Museums für Alltagsgeschichte. In seinem Grußwort sagte Bürgermeister Michael Kreuzberg, dass wir uns auch nach zehn Jahren über die gelungene Verwirklichung einer grandiosen Museumsidee freuen und den wirklich denkwürdigen Tag gemeinsam feiern möchten: „Und wir haben einen Grund dazu: Entging doch unser 'Geburtstagskind' vor 15 Jahren dank des beherzten und letztendlich überzeugenden Kampfes der Museumsgesellschaft mit dem künstlerischen Motor Günter Krüger nur knapp dem Abbruch und damit - aus heutiger Sicht - einer stadtgeschichtlichen Katastrophe.“

Mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und nur mit dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement durch Mitglieder der Museumsgesellschaft konnte das 260jährige Barockhaus und älteste Fachwerkhaus Brühls in den Jahren 1993/94 wiederhergestellt werden. „Günter Krüger musste nicht erst Museumsdirektor werden, um damit auch sein von Anfang an formuliertes Ziel zu erreichen, nämlich den Namenlosen ein Denkmal zu setzen. Das ist ihm und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Frau Dr. Jutta Becher, und vielen weiteren ehrenamtlich Tätigen, unter dem bewährten Vorsitz von Dr. Lothar-Theodor Lemper, auch hervorragend gelungen.“

Die Errichtung des Museums führte zu einer ganz ungewöhnlichen Aufwertung des nordwestlichen Viertels der Brühler Altstadt. Heute ist das gesamte Gebiet eingetragener Denkmalbereich. Am Schluss seiner Ansprache betonte der Bürgermeister: „Es ist heute eine wahre Freude, durch die Kempishofstraße zu gehen. Ich möchte gerne auch mal die Gelegenheit nutzen, all den Bürgerinnen und Bürgern zu danken, die hier wohnen und keine Mühen und Kosten gescheut haben, ihren Häusern mit frischer Farbe historischen Charme zu verleihen. Dieses Vorbild könnte auch in anderen Straßen unserer Altstadt Schule machen.“

Im Anschluss an die Rede des Bürgermeisters sagte Günter Krüger augenzwinkernd, jeder sei schließlich einmal „reif für die Brühler Museumsinsel“: „Alle Jahre wieder bricht eine wahre Flut von Veranstaltungen über uns herein. Da tut es gut, sich einmal wieder selbst zu begegnen im Spiegel der Geschichte. Und zwar in wohltuender Stille. Stille ist ein unbezahlbares Gut. Das wissen die Besucher zu schätzen, die uns immer wieder aufs Neue bestätigen, dass das Museum für Alltagsgeschichte nichts von seiner Strahlkraft verloren hat.“